Arbeitslehre und Berufsorientierung haben im Unterrichtsangebot der Mittel- und Berufsorientierungsstufe beider Förderschwerpunkte (Lernen und geistige Entwicklung) der Gallus-Schule eine zentrale Bedeutung.

Sie haben die Aufgabe, auf das zukünftige (Berufs-) Leben durch die konkrete Kommunikation von Schule, Leben und Berufswelt vorzubereiten. Hierbei kommt dem Aufbau von Ich-Stabilität sowie verschiedener Handlungskompetenzen und dem Erwerb von Basiskompetenzen eine zentrale Bedeutung zu. Gerade für Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, geistige und sozial-emotionale Entwicklung haben Basiskompetenzen als universell einsetzbare Qualifikationen einen besonderen Stellenwert, dasie zu den auf dem Arbeitsmarkt „benachteiligten Jugendlichen“ zählen und somit schlechtere Chancen haben einen Ausbildungsplatz zu finden bzw. eine Ausbildung zu absolvieren;sie zu einem selbstbestimmten Leben hingeführt werden sollen.

Die Umsetzung der angesprochenen Ziele erfordert, dass sich die Schüler in offenen, komplexen Lebenssituationen ihren Lernprozess selbstständig gestalten können.

Betrachtet man die eingeschränkte Erfahrungswelt der Schüler und die Schwierigkeit, die Berufswelt in der Schule simulieren zu können, muss eine zunehmende Öffnung von Schule (Betriebserkundungen, Besichtigungen, Berufsberatung, BIZ u.a.) neben die Lernorte und Werkstätten innerhalb der Schule (Schulgarten, Computerraum, Küche/Haushaltsraum, Holz-, Ton- und Metallwerkstatt) treten.

Für die Umsetzung des Arbeitslehre- und Berufsorientierungskonzepts wurde die Gallus-Schule im Jahr 2012 mit dem OloV- Gütesiegel (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf) ausgezeichnet.
Wir sind bestrebt unser Konzept ständig weiter zu entwickeln und neue Kooperationspartner zu finden, um auf die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt adäquat reagieren und unsere Schüler darauf vorbereiten zu können.


Die Zielsetzung des Arbeitslehreunterrichtes und der Berufsorientierung wird ab der Mittelstufe wie folgt umgesetzt:
In den Klassen findet ein die vier Lebensbereiche Familie, Freizeit, Beruf und Öffentlichkeit einbeziehender Arbeitslehreunterricht im Rahmen von projektorientierten Vorhaben statt.
Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte ermöglicht dabei wichtige originäre Begegnungen.
Mit unserem Kleinbus fahren wir z.B. zu Betriebsbesichtigungen, Museumsbesuchen, Arbeitsplätzen in der Natur, dem Berufsinformationszentrum (BIZ), der Agentur für Arbeit, Wohnstätten, Ämtern, Baustellen etc.


Die Zielsetzung des Arbeitslehreunterrichtes und der Berufsorientierung wird ab der Berufsorientierungsstufe wie folgt umgesetzt:
In der Berufsorientierungsstufe der Gallus-Schule stellt neben dem projektorientierten (fächerübergreifenden) Unterricht das Betriebspraktikum ein zentrales Element des Arbeitslehreunterrichts dar.

Im Rahmen der Berufsorientierung ist es enorm wichtig, den Schülern die Anforderungen und Qualifikationen näher zu bringen, die Ausbildungsunternehmen heutzutage an die Auszubildenden stellen. Ausbildungsbetriebe legen viel Wert auf Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Fleiß, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Pflichtbewusstsein, Selbstsicherheit und Kulturtechniken. Daher sind vorrangig diese Basiskompetenzen bei den Schülern zu fördern.

Die zur Hinführung zur Arbeits- und Wirtschaftswelt notwendige Öffnung nach außen wird realisiert durch:
- die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und anderen Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Institutionen
- die Einbeziehung von Fachleuten wie z.B. für Verbraucherberatung Gesundheitsberatung, Jugendpflege, Berufsberatung, Energie- und Abfallberatung, aus Vereinen und Verbänden, Handwerksmeister, Vertreter von Dienstleistungsberufen, Eltern etc.
- die Kooperation zwischen der Gallus-Schule und beruflichen Schulen z.B. durch unsere Berufsschultage
- Betriebsbesichtigungen und –erkundungen
- die Berufs- und Arbeitsstellenerkundungen in der Region
- die Betriebspraktika

Betriebsbesichtigungen, -erkundungen und insbesondere Betriebspraktika gewähren den Schülern exemplarisch Einblicke in die Arbeitswelt. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Vorstellung von bestimmten Berufen bzw. Tätigkeiten vor dem Hintergrund ihrer Praktikumserfahrungen zu überprüfen, um sich bewusster entscheiden bzw. sich neu orientieren zu können. Arbeitswelt wird durch das Betriebspraktikum „greifbar“. Um dies zu erreichen bedarf es einer umfassenden Vor- und Nachbereitung der Betriebspraktika, die eine Analyse der individuellen Interessen und Fähigkeiten der Schüler berücksichtigen muss.


Es werden drei Formen angeboten:
1. Form:
Das Einzelpraktikum – die Jugendlichen einer Klasse arbeiten zur gleichen Zeit, meist drei Wochen lang, allein in einem Betrieb.
2. Form:
Die kontinuierlichen Praxistage – alle Schüler einer Klasse oder auch nur einzelne Schüler, arbeiten regelmäßig an einem Wochentag über einen längeren Zeitraum (meist ½ Jahr) allein in einem Betrieb.
3. Form:
Das Gruppenpraktikum – die ganze Klasse oder deren Großteil nimmt an einem 2-3 wöchigen gemeinsamen Praktikum in einem Betrieb teil (z.B. PRA-Schüler in beschützenden Werkstätten).